Vortrag zur Ausstellung

HARMONISCHE KONTRASTE – ZWEI KÜNSTLER

Niko Hübner und Werner Matrisch

Vortrag von Wilfried Engelbert
zur Ausstellungseröffnung am 23. April 2006

Aus der Einladung geht schon hervor, dass Niko Hübner ein Kind dieser Region hier ist. In Duisburg geboren und groß geworden und nach einigen Wanderjahren schließlich seit 8 Jahren in Dinslaken als Künstler tätig. Er ist vielen bereits als Möbeldesigner und Möbelbauer bekannt. Seine neueste Arbeit – ein 2 1/2 m langer Tisch – ist heute hier zum ersten Mal zu sehen. Und Möbeldesign – also Entwerfen – ist selbstverständlich eine künstlerische Angelegenheit!
Daher verwundert es nicht, dass Niko Hübner auch die Kunst schafft, die viele Leute landläufig mit dem Begriff Kunst verbinden: Zeichnungen, Materialbilder und besonders beeindruckend seine Licht-Skulpturen.

Niko Hübner schafft Kunst der unterschiedlichsten Themen, Formen und Materialien. Dabei benutzt er überwiegend natürliche und naturbelassene Materialien wie Holz und Sand, aber auch Eisen und Aluminium. Diese Materialien fügt er sorgsam und sehr liebevoll zu einer künstlerischen Einheit zusammen. Harmonie, Klarheit und Ästhetik sind die am meisten hervorstechenden Merkmale seiner Kunst.

Im Kontrast dazu steht Werner Matrisch mit seinen Bildern: Öl auf Leinwand. Werner Matrisch wurde in Werl bei Unna geboren und lebt seit über 30 Jahren in Köln. Anfangs ließ er sich von seinen Lieblingskünstlern anregen – besonders Surrealisten wie René Magritte faszinierten ihn.

Aber grundlegend prägende Einflüsse für seine Malerei wurden später seine Reisen, die ihn fast immer in südliche Länder und in den Vorderen Orient führten. So wie Werner Matrisch hier die Natur wahrnahm, wurde sie zum Schlüsselbegriff für seine Kunst. Er setzte all seine ganz persönlichen Eindrücke in Bilder um.

Seine Malerei aus den 80er Jahren zeigt vordergründig abstrahierte, lichtintensive und farbvolle Landschaften, mit vereinzelten architektonischen Elementen. Doch darüber hinaus machen sie auch seine Sehnsucht nach Weite, Unberührtheit, Freiheit und Unabhängigkeit deutlich.

Die Bilder von Werner Matrisch, die in den letzten 1 1/2 Jahren entstanden sind, zeigen eine Tendenz zur teilweise völligen Abstraktion und einem immer freieren Umgang mit der Farbe. Er versucht auszuloten, welche Möglichkeiten eine einzige Farbe bietet, um das auszudrücken, was er fühlt. Aber trotzdem sind nach wie vor Elemente der Natur in seiner neuen Malerei unübersehbar. Sie lassen jedoch mehr Raum für eine thematisch befreite Betrachtungsweise und Empfindung. Und dieses Empfinden reicht von „Wildheit bis zu meditativer Stille“ – wie es in der Einladung heißt.

Und hier treffen sich die beiden Künstler: Schönheit und Natur ist die Verbindung!

Werner Matrisch zeigt sie in seinen vielstimmigen Bildern und Niko Hübner in der subtilen Verarbeitung seiner Materialien.
Und beide zusammen bilden sie „Harmonische Kontraste“.

Sie präsentieren ihre Arbeiten übrigens ganz bewusst nicht getrennt, also jeder für sich, in seinem Bereich, sondern die unmittelbare Gegenüberstellung und ein Zusammenklang ihrer Werke ist angestrebt.