Sinai 1979 - 1981

Durch ein israelisches Ehepaar, welches ich in Köln bei Freunden kennenlernte, wurde der Grundstein meiner Faszination für den vorderen Orient gelegt. Meine erste 5-wöchige Reise nach Israel und in den Sinai machte ich im Jahre 1979. In Jerusalem mieteten ich und mein Freund einen Wagen mit dem wir am Toten Meer vorbei bis Eilat fuhren. Nach einigen Tagen in diesem damals schon sehr touristischen Ferienort am Roten Meer, fuhren wir in den Sinai. Zu der Zeit waren gerade die Friedensverträge mit Ägypten in Verhandlung, mit dem Ergebnis, dass der gesamte Sinai, den Israel im 6-Tage-Krieg von 1967 erobert hatte, an Ägypten zurückgehen sollte. Wir hielten uns in den wunderbaren Oasen Nueba, und der Hippie-Enklave Dahab einige Tage auf und kamen später bis nach Ofira - dem heutigen Sharm-El-Sheik. Israelische Soldaten räumten gerade ihre Behausungen, wir schliefen in einer der leeren Kasernen, weil das einzige kleine Guesthaus (noch unter israelischer Führung) keine Zimmer mehr hatte. Heute ist diese Gegend von Nueba bis Sharm-El-Sheik (und noch weiter südlich) nicht wiederzuerkennen. Ägypten hat dort die gesamte Region am Roten Meer, bis weit hinter Hurgarda mit riesigen Hotelanlagen oder Luxusresorts zugebaut. Der Tourismus ist für Ägypten, dem bevölkerungsreichsten arabischen Land, die wichtigste Einnahmequelle. Einige, etwas entlegene Resorts sind sicher sehr schön - aber natürlich ist der Sinai mit seinen Oasen heute völlig verändert - zumindest die ganze Küste entlang des Roten Meeres ist Touristenmeile geworden. Damals - in den Jahren, als ich den Sinai zuerst bereiste (1979 bis ca. 1984) war es noch "Natur pur" - einfach und paradiesisch schön.

Man konnte nachts unter einem magischen Sternenhimmel mit den dort ansässigen Beduinen die Route für den nächsten Tag besprechen. Die alte Karawanserei aus der Besatzungszeit der Türken, wurde von den dort lebenden Beduinen "Turkish House" genannt - und lag damals auf freiem Wüstenfeld. In unmittelbarer Nähe liegende Palmenhaine, durch die das Meer im Sonnenlicht glitzerte, vermittelten ein romatisch-märchenhaftes Bild. Heute liegt die Karawanserei an einer asphaltierten Strasse. Meine Fotos aus diesen Jahren wirken wie aus einem anderen Jahrhundert - so wird es nie wieder sein. Aber die Romantik mal beiseite gelassen: Die Beduinen leben heute anders und vielleicht besser als 1979. Das ist alles relativ. Und natürlich gibt es in dieser Region für die Ägypter zig-tausende von Arbeitsplätzen.

Diese Fotos (ursprünglich alles Diapositive!) sind in den Jahren 1979 - 1981 gemacht.